Die Faraglioni von Capri stehen dort, unbewegliche Wächter seit Tausenden von Jahren, im sanften Rauschen des Seegangs', der sie schmeichelnd berührt, urn sich u zeigen und bewundern zu lassen, als wären sie eine immer frische und wunderschöne Neuigkeit. Sie berauschen mitdemSpiel der Farben und Formen, das sie jeden Tag neu in Szene setzen, um einzigartige und unbeschreibliche Empfindungen zu vermittelnerhaben ausgebreitet, aber nicht müde, auf diesem kobaltblauen Bett, das gewöhnlich Meer genannt wird.
Der Reisende wird entdecken, dass die Dimensionen "über" und "unter" Wasser nur zwei unterschiedliche Schlüssel zum Verständnis Capris sind. Beide sind aber unentbehrlich und ergänzen sich gegenseitig so dass mansich vondem einmaligen Schauspiel der Formen und Farben hinreissen lassen kann, das seinesgleichen sucht. Die Unterwassererkundung der versunkenen Wände dieser ewigen Titanen shenkt eine unerklärliche Folge von Bildern und Farben. Diese Farbtöne werden nci den natürlichen Lichtspielen einer harmonischen und lebendigen Mischung aus Fischen und Pflanzen erzeugt, die seit immer in ihren Spalten und vetsteckten Falten wohnen undsie schmücken.
Beim Anblick dieser gebieterischen Wächter der Insel fühlt mansich wie vor dein Eintritt in eine majestätische Inszenierung.
Capri ist für die Liebhaber des Wassersports über und unter Wasser, abet auch für Anhänger des Free-Climbing eine echte Attraktion. Die Wände bieten verschiedene Schwierigkeitsgrade, von mittel-hoch bis extrem.

Jenseits der Zeit
Die Faraglioni sind ein wahres Kleinod in diesem Schatz, eine Art natürlicher Zugabe zur kleinen Welt der Insel Capri, die ihre Schönheit in einen Mythos der modernen Zeiten verwandelte, womit sie in jeder Epoche Leute aller Art angezogen hat. Dieser Ort hat jeden mit seiner magnetischen und verführerischen Macht begeistert. Intellektuelle, Ausländer und oft Deutsche sind dort ansässig geworden oder in den vergangenen zwei Jahrhunderten immer wieder dorthin zurückgekehrt.
Man kann sich noch an den Dichter Goethe erinnern, der von dem Anblick, der sich seinen Augen bot, entzückt blieb, ohne jemals seinen Fuß auf die Insel gesetzt zu haben. Und auch an den Dichter Rainer Maria Rilke oder den Industriellen Friedrich Alfred Krupp, der zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts verschiedene Projekte der Gemeinde finanzierte und zum Geschenk machte.
Allen voran die bekannte Via Krupp, ein von ihm gehegter Wunsch, die dank eines bewundernswerten Meisterstücks der Geotechnik sprichwörtlich in den Felsen geschnitten wurde.
In der Nähe der Faraglioni fehlt es nicht an bezaubernden, natürlichen Attraktionen für die Touristen, wie das Belvedere und der Hafen von Tragara oder die Punta Massullo mit dem Profil der Villa Malaparte, die von diesem kontroversen Dichter nicht nur den Namen erhielt, sondern auch von ihm entworfen wurde, eingepasst in die Felsen, wie ein kostbarer Diamant in einen Ring. Und nicht weit entfernt die Grotta Azzurra (die Blaue Grotte), deren Stalaktiten bereit sind, das Wasser wie scharfe Messer zu durchschneiden.
Wenn man nach Capri kommt, entdeckt man ein kleines Stück Erde ohne Zeit, ein Fragment, das jedem bald mit seiner mysteriösen Dualität erstaunt, welche die Seele der Insel charakterisiert. Gleichzeitig seemännisch und bäuerlich, intim und mondän, antik und modern, je nachdem, ob man sich in das bäuerliche und stille Anacapri begibt oder sich in das touristische und laute Capri stürzt. Die Insel ist seit zwei Jahrhunderten eines der beliebtesten Reiseziele für Touristen jeder Gesellschaftsschicht.
In seinen Gassen haben sich Touristen jeglicher Couleur bei den Spaziergängen amüsiert. Für einige ist es die bevorzugte Umgebung zum zurückgezogenen Müßigang und Nachdenken, für andere ein Ort, der dem Mythos der Hollwoodstars geweiht ist, die im Laufe der Zeit die Straßen und die historische Piazzetta in ein Filmset verwandelt haben.

Zwei Welten auf dem gleichen Felsen
Capri ist aber sehr viel mehr: Es ist vor allem Geschichte und Erinnerungen. Capri ist ein zehn Quadratkilometer großer Felsen, der einen unschätzbaren künstlerischen und natürlichen Reichtum einschließt, voller römischer Ruinen aus dem 1. Jahrhundert n.Chr., geheimnisvollen Grotten, Felsvorsprüngen und steilen Abgründen am Meer. Auf einem Stück Felsen sind geschickt in den Stein geschnittene Straßen und Treppen, Gassen und kleine Plätze. Die Vegetation ist wie auf einem Bett aus blauem Wasser ausgebreitet, das sie zu tragen scheint, als wäre es ein Wunsch der Götter. Bereits zu Zeiten der Kaiser Augustus und Tiberius ist sie in die Legende eingegangen, die diese Insel so sehr liebten, dass sie über ein Dutzend Villen errichten ließen.
Oh zu Fuß oder mit dem Boot, man trifft auf ausserordentliche architektonische und landschaftliche Schönheiten. In Anacapri trifft man auf die Grotta Azzurra, die bereits zu Zeiten des Kaisers Tiberius bekannt war, aber erst 1822 neu entdeckt und vier Jahre später vorn polnischen Dichter August Kopisch und vom deutschen Maler Ernst Friess zusammen mit einem Hotelier aus Capri erforscht wurde. Dann auf die Villa und die Kirche im byzantinischen Stil von San Michele, zusammen mit anderen Kirchen und Basiliken, die mit ruhigen und bedächtigen Schritten erreichbar sind, hei denen man die zarten Düfte der Umgehung einatmen und genießen kann.
Capri hingegen ist der bevorzugte Ort der treibenden Menge, die ständig auf der Insel ankommt, um dort zu wohnen
und deren Mythos zu verschlingen. Es ist eine Art anregender Marktplatz der Moderne, wo das mondäne Leben sich trifft und sich trennt. Seine begehrten Objekte sind die Straßen des Zentrums und die Wichtig sind auch das Kartäuserkloster von San Giacomo, heute ein Gymnasium, in dem sich die Bilder des deutschen Malers Karl Wilhelm Diefenbach befinden, der von 1900 bis 1913 auf Capri lebte, und die Villa Jovis, auf dem Gipfel des Monte Tiberio, über einem angsterregenden Abhang von über 300 Metern gelegen, von dem der Kaiser Tiberius der Legende nach, unerwünschte Personen stürzen ließ. Über Capri wurde vieles erzählt und geschrieben, effektvoll und beeindruckend, doch die Worte, auch die schönste Lyrik, können nie den wahren Zauber und die intensive Magie der Insel vermitteln. Dieser Ort ist wirklich eine Pede der Natur, ein kostbares Schmuckstück, das seit jeher über den Schaumkronen der Wellen und inmitten des türkis- und smaragdfarbenen Meeres glänzt, das es umschlingt und liebkost. Capri ist eines der erhabensten Schauspiele welches die Natur erschaffen hat. Fast unmöglich zu beschreiben, sicher unmöglich zu vergessen.

ANREISE
Mit dem Flugzeug: Lufthansa bietet jeden Tag einen Direktflug von München nach Neapel an. Alle andere Flüge aus Deutschland sind mit Zwischenlandung in München. Preis für Hin-und Rückflug ab 500 DM, plus Steuern und Gebühren. Alitalia fliegt täglich von Deutschland nach Neapel, mit Zwischenlandung in Mailand-Malpensa (es gibt keine
Direktflüge). Preis von Frankfurt ab zirka 600 DM, plus Steuern und Gebühren und von München; ab etwa 430 DM, plus Steuern und Gebühren .
Alitalia: Tel. 01 80-5074747
Lufthansa: Tel. 01 803-803803
Mit dem Zug: Täglich von Mailand und Rom nach Neapel.
Mit der Fähre: In Neapel gibt es zwei Piers: In der Nähe des Bahnhofs "Mergellina" und in der Nähe der Piazza Municipio Beverello". Vom ersten gehen jeden Tag die Tragflügelboote der SNAV ab (Tel. D039-DBl-76123481, mit 9 Fahrten von 8 Uhr bis 20.10 Uhr. Preis:
20.000 Lire. Die Überfahrt dauert durchschnittlich 40 Minuten.

HOTELS
Grand Hotel Quisisana
Via Camerelle 2
Tel. 0039-081-8370788
134 Zimmer und 16 Suiten; Doppelzimmer ab
530.000 Lire, Frühstück inklusive.
Das luxuriöseste Hotel der Insel ist, mit seiner
Position im Inneren der Insel bereits eine Legende.
Es entstand 1645 zunächst als Privatklinik des
schottischen Arztes George S. Clark und wurde
erst 1868 ein Hotel.
Seit 1986 ist es Mitglied des Verbandes "Leading
Hotels of the World". Wunderbare Aussicht auf
das Meer und die Kartause von San Giacomo.

Hotel La Palma
Via Vittorio Emanuele 39
Tel. 0039-081-8370133
74 Zimmer; Doppelzimmer ab 460.000 Lire,
Frühstück inklusive.
Obwohl es sich im Zentrum befindet, ist es von
viel Grün umgeben. Es ist auch noch heute einer
der unverzichtbaren Treffpunkte des mondänen
Lebens der Insel.

Hotel Nautilus
Via Marina Piccola 98
Tel. 0039-081-8375322
10 Zimmer Doppelzimmer ab 280.000 Lire,
Frühstück inklusive.
Das im Zentrum der Marina Piccola liegende,
nicht sehr große Hotel ist ideal, wenn man direkt
am Meer übernachten will.

RESTAURANTS
Siberius
Via Sella Orta 10
Tel. 0039-081-8370431
Durchschnittspreis, ohne Wein: 80.000 Lire .
Ein sehr auserlesenes und gut besuchtes Restaurant,
mit einem angenehmen Ambiente, ideal
zum Entspannen und Genießen der typischen,
echten Capreser Küche.
Hervorragende Weinkarte (über 500 Spezialitäten).
Mit seinem erstklassigen Service und der
Musik gehört es zu den beliebtesten Lokalen von
Capri.

Al Grottino
Vie Longano 2 7
Tel. 0039-081-8370584
Durchschnittspreis, ohne Wein: 50.000 Lire.
Für denjenigen, der die traditionelle italienische
Küche liebt und vor allem die klassischen Spaghetti
mit Tomatensauce, ist dieses kleine Lokal
hinter der bekannten Piazzetta geradezu ideal;
ausgezeichnete Bedienung.

La Scogliera
Vie Marina Grande 225
Tel. 0039-081-8376144
Durchschnittspreis, ohne Wein: 70.000 Lire.
Für Liebhaber von typischen Gerichten mit Fisch
und Meersfrüchten ist dieses Restaurant an der
Marina Grande, des zum Hotel Pelatium gehört,
die richtige Adresse; es ist eines der gemütlichsten
Lokale der Insel.