Sie nennt sich immer noch "Brigitte aus Essen", obwohl sie schon seit 42 Jahren auf der Insel Capri lebt: Brigitte Desiderio (68), geborene Sass, aus der Barkhovenallee in Werden.
Als sie den "besten Italiener von allen", ihren Giancarlo, heiratete, zog sie mit ihm auf den legendären Felsen im Golf von Neapel. Aber ihre beiden Kinder wurden in Werden geboren, im Katholischen Krankenhaus St. Josef, wo Brigitte den Beruf der Medizinisch Technischen Assistentin ausgeübt hatte.
Auf Capri, in der Via Le Botteghe 37, baute sie mit ihrem Mann ein Schmuckgeschäft auf. "Vorher war in diesem Haus ein Metzger", erzählt Brigitte, "aber unsere Korallenketten, Perlen, Edelsteine sowie Gold und Silberwaren sind viel beliebter".
Touristen suchen und finden das Haus von "Brigitte aus Essen", natürlich allen voran solche aus dem Ruhrgebiet.
Manchmal kommt sie nach Essen, "wenn mich das Heimweh plagt", und dann besucht sie das Grab ihrer Eltern auf dem Bergfriedhof in Heidhausen. Ihr Vater war Chemiker, und Brigitte sagt stolz: "Ihm wurde das BundesverdienstKreuz verliehen".
Aber sie selbst ist auch schon "prominent", denn das italienische Fernsehen brachte zwei Mal schöne Geschichten über sie. "Dat soll hoffentlich nich 'ne Gewohnheit werden", lacht sie. Wenn sie Essener trifft, fällt sie gelegentlich ins KumpelAntonDeutsch, was ihr ausgezeichnet steht. Sie fühlt sich wohl auf Capri. Nur zwischen Weihnachten und Silvester, da so sinniert sie bekommt sie "immer einen Inselkoller".